Vernetztes Öko-Labor - neues ökologisches Ressourcen-Zentrum

24.09.2021

Im Rahmen des belarussisch-deutschen Partnerschaftsprojekts „Einrichtung und Funktion des ökologischen Ressourcen-Zentrums“ wurde die Informations- und Bildungsplattform „Vernetztes Öko-Labor“ entwickelt. Der Inhalt der Plattform wird ständig ergänzt, planmäßig werden im Ressourcen-Zentrum eine Datenbank erfolgreicher Praktika im Bereich Nachhaltigkeitsziele angelegt und Öko-Bildungsdienste verfügbar sein.

Tatjana Moroz, Rektorin des Minsker Städtisches Instituts für Bildungsentwicklung, betonte bei ihrer Begrüßung der Teilnehmer der offenen wissenschaftlich-praktischen Konferenz „Von der Öko-Bildung zur Nachhaltigkeit: Wege, Probleme, Perspektiven“, die im Mai 2021 im Rahmen des Projekts organisiert wurde: „Sehr oft wird die Herausbildung der Öko-Kultur der Schüler von den Lehrern als eine Erhöhung von deren ökologischer Kompetenz, Erarbeitung von Umweltschutzkenntnissen und -fertigkeiten sowie als ein umweltfreundliches Verhalten betrachtet. Leider aber ist der formale Erwerb von Kenntnissen zum Thema Umweltschutz nicht immer eine Anleitung zum Handeln, falls kein starker Wunsch da ist, diese Kenntnisse im Alltag und beruflichen Leben einzusetzen. Laut Forschungsergebnissen wächst der Wissensstand der Schüler nachhaltig mit jedem Jahr, wobei das Niveau der umweltgerichteten Tätigkeit niedrig bleibt... Das Grundproblem ist bekannt: die Kenntnisse über die „grüne Wirtschaft“ sind unvollständig und oftmals mit der Beteiligung in diversen Öko-Events verbunden“. Außerdem fehlen ausdrückliche Umweltfreundlichkeitskriterien von Bildungseinrichtungen und Betrieben, auch sind notwendige Kompetenzen und Öko-Kultur nicht in vollem Maße herausgebildet“. Mehr Infos: Nastaunizkaja Gaseta, „Der Ökoweg zur Nachhaltigkeit“

Beim Projektstart veranstalteten die Organisatoren eine Umfrage unter den Schülern, Eltern und Lehrern, um den Kenntnisstand zum Thema Umwelt festzustellen. Unter den Teilnehmern verzeichneten 18% ihre „Überzeugung von der Notwendigkeit, die Natur verantwortungsvoll zu behandeln“, 14% verfügten über „praktische Öko-Fähigkeiten“ und 8% hatten „Interesse an ökologischen Problemen“.

Bei der Planung von Projektveranstaltungen hatten die Partner das Ziel, bestehende Ressourcen im Bereich ökologische Bildung zusammenzuführen, Bildungsprogramme für Erwachsene sowie Wahlfächer für Kinder zu erstellen und einzuführen, internationale Erfahrungen und das Potential der vernetzten Zusammenwirkung und der intersektoralen Partnerschaft bei der Lösung von Problemen einzusetzen, die mit der Ideeneinführung der „grünen Wirtschaft“ in allen Ebenen zusammenhängen; das alles sollte im Einklang mit dem erarbeiteten Konzept für die Stadt Minsk „Smart City“ stehen.

Der Ökoprojekte-Wettbewerb „ÖkoLogische Schule“ fand vom Oktober 2020 bis Januar 2021 statt, mit 130 teilnehmenden Schülern und Lehrern aus Minsk, den Oblasten Minsk und Grodno. Die Jury beurteilte die Ergebnisse von 105 Forschungsarbeiten. Die Nominierungen des Wettbewerbs waren Forschungsprojekte „ÖkoLogisches Territorium“, Agitationsprojekte „Wir sind für den grünen Planeten!“, Öko-Initiative „Grünes Startup“, Methodische Öko-Box „Erwachsene und Kinder sind für die Natur verantwortlich“. Mehr Infos: Minskaja Schkola, „Der Hauptschatz des Planeten“.

Es wurden mehrere E-Learning-Programme erstellt. Für Lehrkräfte sind dies „Umsetzung der Nachhaltigkeitsprinzipien in Bildungseinrichtungen“, „Bildungsstrategie für die Nachhaltigkeit. Effizientes Fundraising“ und ein Zusatzprogramm „Beobachtung von Gewässern für Forschungsaktivitäten der Schüler“; für Schüler ist es das Online-Wahlfach „Öko-Drive“. Im Anschluss an das Bildungsprogramm „Bildungsstrategie für die Nachhaltigkeit. Effizientes Fundraising“ fand im Februar 2021 im Minsker Städtischen Institut für Bildungsentwicklung ein Fortbildungskurs für Leiter und Fachkräfte der Struktureinheiten des Minsker städtischen Exekutivausschusses, der Bezirksverwaltungen von Minsk sowie der Organisation des kommunalen Eigentums von Minsk statt. Die Teilnehmer behandelten die wichtigsten Bestimmungen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Republik Belarus, moderne Nachhaltigkeitsprobleme von Belarus und mögliche Lösungswege, Bildungspraktika für die Nachhaltigkeit sowie effiziente Fundraising-Strategien. Im Wahlunterricht „Eco-Drive“ führten Schüler zusammen mit den Lehrern Tests durch, untersuchten aufgrund der schrittweisen Anweisungen Wasser-, Luft- und Niederschlagsparameter sowie den Einfluss von künstlichen ökologischen Medien auf Pflanzenwachstum und -entwicklung.

Februar bis April 2021 dauerte das Programm für Lehrkräfte „Beobachtung von Gewässern für Forschungsaktivitäten der Schüler“, und am 1. April 2021 fand das republikanische Festival „Arzneimittel gehören nicht ins Wasser und Essen“ im Minsker Städtischen Institut für Bildungsentwicklung statt. Als Veranstalter des Festivals trat der Partner des Projekts Zentrum für Umweltlösungen auf. Die Mitarbeiter des Zentrums nahmen an den Veranstaltungen des Projekts aktiv teil als Experten und Organisatoren von Umweltwettbewerben, arbeiteten mit Lehrkräften im Rahmen der Bildungsprogramme sowie entwickelten Bildungsmethodiken und -materialien zu unterschiedlichen ökologischen Aspekten.

Zusammengefasste Informationen zu den Projektveranstaltungen werden in einem speziellen Bereich der Öko-Labor-Webseite gespeichert und systematisiert. Momentan sind Materialien unter Projektaktivitäten, Lern- und Forschungstätigkeit, Methodische Sammeldose zu finden.

„Die Rolle der Bildung in der Erreichung der SDGs und der Nachhaltigkeitsförderung ist fundamental. Mit der Verabschiedung der Agenda 2030 werden diese Rolle und das Potential der Bildung noch stärker. Es ist klar, dass hier in erster Linie der Bildungsprozess, Einbeziehung der Nachhaltigkeitsideen in den Inhalt, Herangehen, Methoden und Verfahren des Unterrichts gemeint werden, jedoch genauso wichtig ist, dass dies auch in der Praxis umgesetzt wird. Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur Kenntnisse, sondern auch Kompetenzen, die wir in unserem beruflichen wie auch privaten Leben einsetzen müssen. Somit ist wichtig, dass Bildungseinrichtungen als Vorreiter der Nachhaltigkeit gelten, Veranstaltungen zu den Nachhaltigkeitsgrundsätzen organisieren, „grünes Büro“ fördern, um am Leben der lokalen Gesellschaft teilzuhaben. Erfreulicherweise gibt es inzwischen viele solche Praktika in Belarus“, betonte Dzmitry Karpiyevich, Koordinator des Bereichs „Nachhaltige regionale Entwicklung“ im Förderprogramm Belarus, in der Abschlusskonferenz des Projekts.

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